Kartenspiele
Mau-Mau
Das beliebte Ablegespiel für zwei bis fünf Personen – mit Spielziel, Ablauf, allen Sonderkarten und den verbreitetsten Hausregeln verständlich erklärt.
Aktualisiert am 1. Juni 2026
Mau-Mau ist eines der bekanntesten Kartenspiele im deutschsprachigen Raum und für viele der erste Einstieg in die Welt der Karten. Es ist ein Ablegespiel für zwei bis fünf Personen, das mit einem normalen Blatt auskommt und dessen Grundregeln in wenigen Minuten erklärt sind. Wer Mau-Mau beherrscht, findet sich später in verwandten Spielen wie Uno schnell zurecht, denn das Prinzip – passende Karten ablegen, Sonderkarten gezielt einsetzen – ist dasselbe.
Spielziel
Ziel ist es, als Erster alle Handkarten abzulegen. Wer keine Karte mehr auf der Hand hat, hat die Runde gewonnen. In mehreren Durchgängen lässt sich auch über Minuspunkte werten: Die in den Händen verbliebenen Karten werden nach ihrem Wert zusammengezählt, und wer zuerst eine vereinbarte Punktgrenze überschreitet, verliert das gesamte Spiel.
Vorbereitung
Es erhält jeder Spieler fünf Karten. Die restlichen Karten bilden verdeckt den Nachziehstapel. Die oberste Karte des Stapels wird aufgedeckt daneben gelegt und eröffnet den Ablagestapel. Der Spieler links vom Geber beginnt.
Spielablauf
Reihum legt jeder eine Karte ab, die in Farbe oder Wert zur obersten Karte des Ablagestapels passt. Auf eine Herz-Acht darf also jede andere Acht oder jede andere Herz-Karte gelegt werden. Kann oder will ein Spieler nicht ablegen, zieht er eine Karte vom Nachziehstapel. Passt diese, darf sie in den meisten Runden sofort gelegt werden; andernfalls ist der nächste Spieler an der Reihe.
Die Sonderkarten
Die Sonderkarten machen den eigentlichen Reiz von Mau-Mau aus. Da sie regional unterschiedlich gehandhabt werden, sollten sie vor Spielbeginn festgelegt werden. Am weitesten verbreitet ist diese Belegung:
- 7 – zwei ziehen: Der nächste Spieler muss zwei Karten ziehen und aussetzen. Legt er selbst eine 7, gibt er den Effekt verdoppelt weiter.
- 8 – aussetzen: Der nächste Spieler setzt eine Runde aus und legt keine Karte.
- Bube – Wunschkarte: Ein Bube darf auf jede beliebige Karte gelegt werden. Der Spieler nennt anschließend eine Wunschfarbe, in der weitergespielt wird. In vielen Runden gilt: Bube auf Bube ist nicht erlaubt.
Weitere verbreitete Hausregeln betreffen das Ass (der nächste Spieler setzt aus oder der Ableger ist erneut an der Reihe) und das Stapeln mehrerer Sonderkarten.
Mau und Mau-Mau
Wer nur noch eine Karte auf der Hand hält, sagt beim Ablegen der vorletzten Karte laut „Mau“. Wer das vergisst und dabei ertappt wird, zieht zur Strafe zwei Karten. Beim Ablegen der letzten Karte rufen viele Runden zusätzlich „Mau-Mau“. Diese Ansage-Regel sorgt für die typische Spannung im Endspiel, weil ein Versäumnis eine fast gewonnene Runde noch kippen kann.
Häufige Varianten
Mau-Mau wird in unzähligen Hausregeln gespielt. Verbreitet sind das Strafkartenstapeln bei der Sieben (siehe oben), die Richtungsumkehr durch eine bestimmte Karte (häufig die Neun oder der König) sowie das Spielen mit Minuspunkten über mehrere Runden. Manche Runden erlauben das Ablegen mehrerer gleicher Karten in einem Zug. Weil all diese Regeln den Spielverlauf stark verändern, lohnt sich eine kurze Absprache vor dem ersten Geben – so spielen alle nach derselben Fassung.
Tipps für den Einstieg
Mau-Mau verzeiht Anfängern viel, belohnt aber vorausschauendes Spiel. Wer Sonderkarten nicht sofort ausspielt, sondern für den richtigen Moment aufspart, kann Gegner kurz vor deren Sieg noch zum Ziehen zwingen. Auch das Sammeln einer Wunschfarbe für den Buben am Spielende ist eine bewährte Taktik. Für lockere Runden mit Kindern oder Gelegenheitsspielern bleibt Mau-Mau dank seiner einfachen Grundregeln eine der besten Wahlmöglichkeiten unter den Kartenspielen.