Spielehandbuch Regeln & Anleitungen

Kartenspiele

Skat

Das klassische deutsche Stichspiel für drei Personen – mit Kartengeben, Reizen, den Spielarten und der vollständigen Wertung Schritt für Schritt erklärt.

Aktualisiert am 28. Mai 2026

Aufgefächerte Spielkarten eines deutschen Blatts auf grünem Tisch

Skat ist das bekannteste deutsche Kartenspiel und gilt als das anspruchsvollste der klassischen Stichspiele. Gespielt wird zu dritt mit einem 32er-Blatt, also den Karten von der Sieben bis zum Ass in den vier Farben. Sein Reiz liegt in der Mischung aus Kartenglück, Reiztaktik und genauer Wertung: Schon vor dem ersten Stich entscheidet sich beim Reizen, wer als Alleinspieler gegen die beiden anderen antritt – und wie viel das Spiel wert sein muss.

Material und Kartenrang

Skat verwendet ein deutsches oder französisches Blatt mit 32 Karten. Die vier Buben sind die höchsten Trümpfe und stehen in fester Reihenfolge über allem anderen: Kreuz-, Pik-, Herz- und Karo-Bube. Innerhalb einer Farbe gilt danach die Rangfolge Ass, Zehn, König, Dame, Neun, Acht, Sieben. Wichtig für die Wertung sind die Augen: Das Ass zählt elf, die Zehn zehn, der König vier, die Dame drei und der Bube zwei Augen. Neun, Acht und Sieben zählen null. Zusammen ergeben sich 120 Augen im gesamten Blatt.

Kartengeben

Es erhält jeder Spieler zehn Karten, verteilt in der festen Folge drei – Skat (zwei verdeckte Karten in die Mitte) – vier – drei. Der Skat bleibt zunächst unberührt und liegt verdeckt auf dem Tisch. Wer am Ende des Reizens das Spiel bekommt, darf in vielen Spielarten diese beiden Karten aufnehmen und dafür zwei beliebige Karten zurücklegen (drücken).

Das Reizen

Beim Reizen ermitteln die drei Spieler, wer das Spiel übernimmt. Reihum werden aufsteigende Zahlen genannt – 18, 20, 22, 23 und so weiter. Diese Zahlen ergeben sich aus dem Spielwert, den ein Spieler mindestens zu spielen gedenkt. Wer ein höheres Gebot hält als die beiden Mitspieler, wird Alleinspieler. Sagen beide anderen früh „weg“, genügt das niedrigste Gebot von 18.

Der genannte Reizwert ist bindend: Das später gewählte Spiel muss diesen Wert erreichen oder übertreffen. Liegt der tatsächliche Spielwert darunter, ist die Partie überreizt und gilt als verloren, selbst wenn der Alleinspieler genügend Augen sammelt. Deshalb reizt ein erfahrener Spieler nur so hoch, wie sein Blatt es trägt.

Die Spielarten

Nach dem Reizen legt der Alleinspieler das Spiel fest:

  • Farbspiel: Eine der vier Farben wird zur Trumpffarbe. Zusammen mit den vier Buben bildet sie die Trümpfe. Der Spielwert ergibt sich aus dem Grundwert der Farbe (Karo 9, Herz 10, Pik 11, Kreuz 12), multipliziert mit den sogenannten Spitzen.
  • Grand: Nur die vier Buben sind Trumpf, alle übrigen Karten bilden reine Farben. Der Grundwert beträgt 24. Der Grand ist wertvoll und verlangt ein starkes Blatt.
  • Nullspiel: Hier gibt es keine Trümpfe, und das Ziel kehrt sich um: Der Alleinspieler darf keinen einzigen Stich machen. Das Nullspiel hat feste Werte (zum Beispiel 23 für das einfache Null).

Zusätzlich kann „Hand“ gespielt werden, wenn der Skat nicht aufgenommen wird – das steigert den Wert.

Spielablauf und Wertung

Der Spieler links vom Geber spielt zur ersten Karte aus. Reihum wird bedient: Wer kann, muss die angespielte Farbe zugeben; ein Trumpf sticht jede Farbe. Den Stich gewinnt die höchste passende Karte, und der Gewinner spielt zum nächsten Stich aus.

Am Ende zählt der Alleinspieler die Augen seiner Stiche samt Skat. Mit mindestens 61 Augen hat er ein Farb- oder Grandspiel gewonnen. Erreicht er 90 oder mehr, sind die Gegner „schneider“; nehmen sie keinen einzigen Stich, sind sie „schwarz“ – beides erhöht den Spielwert über zusätzliche Faktoren. Beim Nullspiel gewinnt der Alleinspieler nur dann, wenn er die gesamte Partie ohne einen einzigen Stich übersteht.

Für wen sich Skat eignet

Weil Reizen und Wertung viel Übung verlangen, ist Skat eher etwas für Spieler, die bereits Erfahrung mit Stichspielen mitbringen. Wer den Einstieg sucht, beginnt mit einfacheren Kartenspielen und wechselt später zum Skat, sobald das Bedienen und Stechen vertraut sind. Die feste Drei-Personen-Besetzung und die offizielle Skatordnung machen das Spiel über Vereinsgrenzen hinweg einheitlich – ein Grund, warum es sich seit über zweihundert Jahren gehalten hat.

Häufige Fragen

Wie viele Spieler braucht man für Skat?
Skat wird von genau drei aktiven Spielern gespielt: einem Alleinspieler und zwei Gegenspielern. Sitzen vier Personen am Tisch, gibt der Geber in der jeweiligen Runde nicht mit und setzt aus, sodass immer drei Spieler eine Hand bestreiten. Diese Vierertische sind beim Skat sogar üblich, weil das Geben so reihum wechselt.
Was bedeutet Reizen beim Skat?
Beim Reizen wird durch das Nennen aufsteigender Zahlen ermittelt, wer Alleinspieler wird. Wer das höchste Gebot abgibt, ohne dass ein anderer mithält, erhält das Spiel. Die genannte Zahl ist der Reizwert, den das gewählte Spiel später mindestens erreichen muss – andernfalls gilt es als überreizt und verloren.
Wie viele Augen braucht man, um ein Skatspiel zu gewinnen?
Im Skatblatt stecken insgesamt 120 Augen. Der Alleinspieler gewinnt ein normales Farb- oder Grandspiel, wenn er mehr als die Hälfte erreicht, also mindestens 61 Augen. Mit 90 oder mehr Augen ist der Gegner „schneider“, mit allen Stichen „schwarz“ – beides erhöht den Spielwert.
Was ist ein Grand und was ein Nullspiel?
Beim Grand sind nur die vier Buben Trumpf, alle anderen Karten bilden reine Farben – es ist das höchstwertige der üblichen Spiele. Beim Nullspiel dreht sich das Ziel um: Der Alleinspieler darf keinen einzigen Stich machen und gewinnt nur, wenn er stichfrei bleibt; Trümpfe gibt es dabei nicht.